Als ungewöhnlich aber sehr sinnvoll und wichtig bezeichneten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Caritas den Abschluss ihrer Arbeitswoche mit einem Friedensgebet. Dazu kamen sie am Freitag zahlreich im Innenhof des Caritashauses zusammen, um gemeinsam auf Impulse des Friedens zu hören und im Gebet an die zu denken, die unter Krieg und Vertreibung zu leiden haben.
Eingestimmt wurden die Frauen und Männer der Caritas durch das Glockengeläut des Würzburger Doms. „Wenn wir uns in diesen Tagen an den schweren Bombenangriff vom 16. März 1945 erinnern, sind unsere Gedanken auch in der Ukraine, wo ganz ähnliches geschieht“, sagte Christiane Holtmann vom Vorbereitungsteam. In seiner Ansprache wies Domkapitular Clemens Bieber darauf hin, dass dies eine Zeit des Gebets und der Nachdenklichkeit sei. „Vielen ist das Lachen vergangen, eine neue Nachdenklichkeit hat sich eingestellt. Viele Menschen suchen Zuflucht und Trost im Gebet, weil wir voller Sorge, rat- und machtlos in die Ukraine schauen.“ Nach wie vor seien es Machtinteressen und Ideologien, die einen neuen Krieg entfachten, sobald die Auswirkungen des zurückliegenden verblasst zu sein scheinen, so Bieber. „Als Christen setzen wir uns für den Frieden ein und wissen, dass es ein geistiges und geistliches Fundament dafür braucht.“
Schlagworte aus den Zeitungen der zurückliegenden Tage, im Gebet gedeutet, trugen Michael Biermeier, Franziska Brod und Petra Eitzenberger vor. Einsicht für Politiker, Mut für die, die die Wahrheit sagten, Trost für die Leidenden und Kraft für die Helfenden wurden erbeten. Alle Bitten vereinten sich im gemeinsam gesprochenen Vaterunser.
Zum Abschluss des Friedensgebets wurden Kerzen entzünden, um Licht in eine dunkle Zeit zu bringen und ein Zeichen der Solidarität zu setzen.
Sebastian Schoknecht