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Kiliani-Wallfahrtswoche 2024

Glaubensfeier mit irischen Gästen

Kiliani-Wallfahrtswoche 2024 feierlich eröffnet – Delegation aus Irland feiert mit – Rund 1100 Gläubige beim Pontifikalgottesdienst – Reliquienprozession von Sankt Burkard zum Kiliansdom – Offizielle Einladung zur Irlandwallfahrt im Oktober

Würzburg (POW) Mit einem irischen Akzent hat die Kiliani-Wallfahrtswoche 2024 begonnen: Bischof Dr. Franz Jung eröffnete sie feierlich am Sonntag, 7. Juli, mit der Reliquienprozession von der Pfarrkirche Sankt Burkard über die Alte Mainbrücke in den Kiliansdom. Dort feierte der Bischof einen Pontifikalgottesdienst mit rund 1100 Gläubigen. Eine Delegation aus der Pfarrei Saint Kilian in Mullagh, dem irischen Geburtsort des Frankenapostels in der Grafschaft Cavan, sowie der irische Botschafter in Deutschland, Dr. Nicholas O’Brien, feierten den Gottesdienst mit. Außerdem nahm auch eine Delegation aus Dundee, Würzburgs schottischer Partnerstadt, an der Feier teil.

Die Wallfahrtswoche steht in diesem Jahr unter dem biblischen Leitwort „Wir haben seinen Stern aufgehen sehen". Bischof Jung betonte, er traue sich im Blick auf diesen aufgehenden Stern zu sagen: „Das Beste liegt nicht hinter uns, sondern das Beste kommt erst noch.“ Er ermunterte, sich nicht von denen entmutigen zu lassen, die behaupten, dass alles schlechter werde. „Wo immer wir uns an diesem aufgehenden Stern orientieren, da werden wir den Herrn finden.“ Die Frankenapostel hätten dafür mit ihrem Leben Vorbild gegeben. „Bitten wir sie um ihre Fürsprache.“

Die Prozession mit den Häuptern der Frankenapostel bei sommerlichem Wetter begann mit einer Statio in der Pfarrkirche Sankt Burkard. Dort begrüßte Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran besonders die ausländischen Gäste. Den Zug zum Dom begleitete eine große Zahl von Gläubigen, unter anderem Weihbischof Dompropst Paul Reder, Vertreter des Domkapitels, der irische Botschafter, Würzburgs Bürgermeisterin Judith Jörg-Roth, Würzburgs Landrat Thomas Eberth, Mitglieder des Diözesanrats, außerdem Familiaren des Deutschen Ordens, Ritter vom Heiligen Grab sowie Fahnenabordnungen von Verbänden, Vereinen, Studentenverbindungen und Innungen. Den Reliquienschrein trugen Priesterseminaristen sowie Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Würzburg und der Malteser abwechselnd. Während der Kiliani-Wallfahrtswoche sind die Häupter der drei Frankenapostel in einem Schrein vor dem Altar des Kiliansdoms aufgestellt.

In seiner Predigt, die er zusätzlich auch auf Englisch hielt, führte der Bischof weiter aus, dass im Blick auf die Kirche viele den Eindruck hätten, das Interesse an Glaube und Religion gehe zurück, beim Thema Kirche bestimmten Skandale und Versagen das Bild. Da wirke die Rede vom aufgehenden Stern fast wie eine Provokation. „Wir brauchen diese Provokation, um nicht in Fatalismus und Resignation zu versinken. Der aufgehende Stern will uns über uns hinausführen.“ Dieser lade dazu ein, den eigenen Glauben zu erneuern. Lebendiger Glaube brauche Wachstum, Wachstum verlange nach einer Vertiefung der Beziehung zu Christus. Das Lectio-Divina-Projekt des Bistums lade dazu ein, dem Herrn in der Betrachtung der Heiligen Schrift neu zu begegnen.

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In der Kirche als Organisation gehe in Zeiten der Krise vieles darum, den Bestand zu bewahren. Mit dem aufgehenden Stern über sich hinauszuwachsen bedeute, nicht nur andere Dinge zu tun als bisher, sondern auch die vertrauten Dinge anders zu tun, erklärte der Bischof. „Unser Projekt der Sozialraumorientierung lädt dazu ein. Es will den Blick schärfen für die Orte, Menschen und Nöte, an denen unsere kirchliche Präsenz und unser Einsatz gefragt sind, und zwar jenseits unserer pfarrlichen Grenzen und internen Logiken, in denen wir oftmals gefangen sind.“ Dazu helfe hoffentlich auch die Klärung der Strategischen Ziele des Bistums. „Der aufgehende Stern mahnt uns, nicht nur um uns selbst zu kreisen, sondern unsere Mission neu zu entdecken.“ Der Bischof lud zudem ein, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen. Vertrauen brauche Transparenz, Macht benötige Kontrolle, gute Entscheidungen bedürften der Mitspracherechte, um die Akzeptanz zu erhöhen, viele mit einzubeziehen und die vorhandenen Kompetenzen abzurufen. „Wo immer wir uns an diesem aufgehenden Stern orientieren, da werden wir den Herrn finden.“ Die Gläubigen im Dom quittierten die Predigt mit Applaus.

Am Ende des Gottesdiensts lud Pat Smyth von Saint Kilian’s Heritage Centre in Mullagh die Würzburger zur Pilgerfahrt im Oktober nach Irland ein. Ursprünglich war geplant, dass Martin Hayes, Bischof von Kilmore, den Gottesdienst mitfeiert und die Einladung persönlich ausspricht. Wegen eines Pilotenstreiks bei Aer Lingus war allerdings die Anreise kurzfristig gescheitert. In dem verlesenen Grußwort betonte Bischof Hayes, wie sehr er dem ersten Besuch in Würzburg entgegengefiebert habe. „Wir freuen uns darauf, die Reliquien der Frankenapostel und die Pilgerreisenden unter der Führung von Bischof Franz im Oktober bei uns begrüßen zu können.“ Es sei eine gute Gelegenheit, deren Zeugenschaft für den katholischen Glauben, ihre Antwort auf Gottes Liebe, das Beispiel Christi und die Inspiration des Heiligen Geistes zu feiern. „Während wir uns weiterhin auf das Privileg des Besuchs der Reliquien der Frankenapostel bei uns vorbereiten, gelten unsere Hoffnung und unser Gebet der Erneuerung des Glaubens in Irland.“ Besonderen Dank sprach Hayes seinem Amtsbruder Bischof Jung und dem Würzburger Domkapitel aus, die ihr Einverständnis für die Reise der Reliquien nach Irland gegeben haben.

Viele Gläubige ließen sich nach dem Gottesdienst einzeln unter Auflegung von Reliquien der Frankenapostel segnen. Für die musikalische Gestaltung des Gottesdiensts im Dom sorgten Domorganist Professor Stefan Schmidt sowie der Domchor, die Domsingknaben und zwei Bläserensembles unter der Leitung von Domkapellmeister Alexander Rüth und Domkantor Julian Beutmiller, unter anderem mit der „Missa octo vocum“ von Hans Leo Hassler sowie Werken von Michael Praetorius und Felix Mendelssohn Bartholdy. Bei der Prozession spielte das Symphonische Blasorchester Kürnach. Ein Empfang auf dem Kiliansplatz schloss sich an den Gottesdienst an.

mh (POW)

(70 Zeilen/2824/0718; E-Mail voraus)

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